DDr. Artur Wechselberger

Telemedizin aus der Sicht der Ärztekammer


Kurzbeschreibung zur Person:

Trotz Prägung durch 43 Berufsjahre als Arzt (Promotion zum Dr. med. univ. 1977), fast 40 davon als Allgemeinmediziner mit Kassenverträgen, bin ich neugierig auf die Neuerungen, die die Telemedizin verspricht. Gewöhnt über Jahrzehnte von einer fulminanten medizinisch wissenschaftlichen Entwicklung vorangetrieben zu werden und diese im Beruf anzuwenden, haben mich auch immer systemische Fragen interessiert. Ein Abschluss (MSc) des Studiums „Management in Einrichtungen des Gesundheitswesens“ und ein MBA (Gesundheitsmanagement) an der Donauuniversität Krems waren ebenso eine logische Folge dieser Neugier wie der Abschluss des Doktoratsstudiums Public Health an der UMIT in Hall.

Meine 30-jährige Funktion als Präsident der Ärztekammer für Tirol und fünf Jahre Präsidentschaft der Österreichischen Ärztekammer boten mir Möglichkeit unsere Gesundheitssystem kennen zu lernen und in Teilbereichen mitzugestalten.

Seit 20 Jahren habe ich die Gelegenheit Medizinstudenten im Rahmen eines Lehrauftrages an der MUI, bzw. vorher an der Medizinischen Fakultät der LFU, Allgemeinmedizin zu lehren.


Informationen zu "Telemedizin aus der Sicht der Ärztekammer"

Die Telemedizin hat mittlerweile in der Bereitstellung von Gesundheitsleistungen an dislozierte Kommunikationspartner einen hohen technischen Standard erreicht. Das Internet und eine Fülle von Empfangs- und Sendegeräten sind zu universell verbreiteten Alltagshilfen geworden.

Gleichzeitig gibt es innerhalb der Ärzteschaft das Bestreben die neuen Möglichkeiten beruflich zu nutzen. Ein Trend, der in diagnostischen Fächern wie der Radiologie oder der Pathologie schon weit gediehen ist. Aber auch in vielen anderen Fachgebieten kehren die neuen Möglichkeiten zusehends im Berufsalltag ein. Und sei es nur in einem vorsichtigen Vortasten und Versuchen. Schließlich ist der körperferne Kontakt mit ihrem Behandler auch für die meisten Patientinnen und Patienten ein ungewohntes Novum, dem sie sich mit Neugier aber auch mit einer Portion Misstrauen nähern. Für beide, Ärzte wie Patienten gilt es die Möglichkeiten und Grenzen auszuloten. Ärztinnen und Ärzten obliegt es dabei, die Grenzen zwischen technisch Möglichem und ärztlich Verantwortbarem zu ziehen.

Auch die Ärztekammer hat wichtige und spannende Fragen zu lösen. Was lassen die berufsrechtlichen und sozialversicherungsrechtlichen Vorgaben jetzt schon zu? Gibt es noch zusätzlichen Regelungsbedarf und wenn ja, wo? Gibt es Aus- und Fortbildungsbedarf zur Stärkung der Kommunikationskompetenz auf ärztlicher Seite und für genügend Health Literacy in der Bevölkerung? Wie beeinflussen die technischen Entwicklungen die Patientensicherheit oder das interdisziplinäre Zusammenspiel im Behandlungsteam? Wie wird sich die Wirtschaftsmacht von Plattformbetreibern auf die medizinische wie auch ökonomische Autonomie der Ärzteschaft auswirken? Löst die Telemedizin auch räumliche Grenzen auf, werden sektorale Grenzen verschwinden? Welchen Veränderungen müssen sich traditionelle Versorgungsstrukturen anpassen?


Der Vortrag zum Nachschauen:

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